Am Mittwoch Abend habe ich in Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum in Thekla zum Elterntreff eingeladen.
Mit einer kleinen Aufregung im Bauch, habe ich mich an die Vorbereitungen gemacht. Ich wusste nicht wie viele Menschen kommen werden, ob die Chemie stimmt, ob sich gute Gespräche entwickeln, ... Vorbereitet hatte ich ein kreatives Eckchen, denn manchmal kommt man ja übers Tun besser ins Reden und in den Austausch.
Dann öffneten sich die Türen. Immer mehr Herzensmenschen betraten nach und nach den Raum, hatten ihre sorgenbepackte Rucksäcke dabei - fest zugeschnallt, aus Unsicherheit und Vorsicht. Freundliche Gesichter schauten einander an und es dauerte gar nicht lange bis sich erste Gespräche auftaten. Ein warmes Gefühl von "ich bin nicht allein" machte sich im Raum breit und man konnte spüren, wie der eben noch voll bepackte Rucksack sich öffnete und leichter zu werden schien.
Der Kommentar einer Mama berührte mich ganz besonders: Sie meinte, dass sie eigentlich gar nicht zum Treff kommen wollte, aus Angst, dass der volle Kopf sich danach noch schwerer anfühlt, wenn man sich auch noch den Problemen Anderer widmet. Aber es war ganz anders. Sie ging am Ende sehr beseelt nach Hause, konnte einige schwere Gefühle los lassen, hat helfende Worte und Tipps mitgenommen.
Betroffen, waren einige Teilnehmende zum Schluss, weil sich während der vielen Erzählungen immer wieder herauskristallisierte, wie sehr sich unsere Kinder jeden Tag anpassen müssen an eine neurotypische Welt, die einfach nicht für sie gemacht ist. Wir Eltern, als erwachsene Menschen, wissen welche Fähigkeiten man benötigt, um in dieser Welt zurecht zu kommen. Und wir schwanken immer zwischen den Bedürfnissen, die die Gesellschaft als große Masse hat und die Bedürfnisse, die unsere Kinder haben. Die goldene Mitte zu finden, das ist die hohe Kunst. Ein Zuhause zu bieten, das gleichzeitig Safe Space und Förderung sein kann, ohne zu Überfordern... Uff, überhaupt nicht leicht - aber wir sind nicht allein, wir geben jeden Tag unser Bestes! ♥
Auch hatte ich einige Bücher dabei - diesmal einige Beispiele aus den vielen tollen Werken von Daniela Schreiter (Daniela Schreiter | Comics and Illustrations). Ganz ganz große Empfehlung an alle, die Lust haben eine neurodivergente Welt aus Sicht einer Betroffenen zu entdecken.
Tja, was soll ich sagen... Der Austausch untereinander beim Elterntreff war so angeregt, dass ich mein kreatives Eckchen ungenutzt wieder eingepackt habe :-)
Ich freue mich sehr auf die nächsten Treffen und bin gespannt wer wieder dabei ist oder wer neu dazu kommt. Fühl dich auf jeden Fall schon jetzt herzlich eingeladen!
Deine Kristin
PS: Schreibt gerne in die Kommentare, welche Themen euch beim Elterntreff am Meisten Interessieren würden. Vielleicht habe ich Material dazu in meinem "Schränkchen". ;-)
Kommentar hinzufügen
Kommentare